1. Gebäudesanierung

1.12 Absicherung beim Bau

Der Bau eines eigenen Hauses ist für die meisten Menschen ein Schritt in ein neues Zeitalter. Ähnlich wie bei der Gründung einer Familie stehen Bauherren und ihre Angehörigen vor einer riesigen Herausforderung, die letztlich zu einem positiven Abschluss gebracht werden soll. Neben einer soliden Finanzierung sind auch die richtigen Versicherungen von elementarer Bedeutung, die für einen ausreichenden Schutz vor, während und nach der Bauphase sorgen. Jeder Bauabschnitt birgt unterschiedliche Risiken und Gefahren. Wer schlecht oder nicht versichert ist, bleibt vielfach auf möglichen Kosten sitzen. Doch welche Absicherung ist tatsächlich notwendig, um sorgenfrei die unterschiedlichsten Situationen anzugehen? 

Erforderliche Versicherungen

Beim Hausbau kann sich zu jeder Zeit einiges ereignen, mit dem man zuvor überhaupt nicht gerechnet hat. Um sich vor allen möglichen Unwägbarkeiten zu schützen, sollte jeder Bauherr die entsprechenden Risiken kennen. Folgende Versicherungen sind daher zwingend erforderlich:

  • Bauherrenhaftpflichtversicherung
  • Bauleistungsversicherung
  • Feuerrohbauversicherung (anstatt einer Wohngebäudeversicherung) 
  • Bauhelferversicherung 
  • Bauunfallversicherung

 

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1.12 Absicherung beim Bau

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Im Folgenden nun einige Tipps zu den einzelnen Absicherungsmöglichkeiten, mit denen man recht entspannt von Phase zu Phase der Fertigstellung des Eigenheims entgegensehen kann.

Die Bauherrenhaftpflichtversicherung

Die wohl wesentliche Versicherung beim Hausbau ist die Bauherrenhaftpflichtversicherung. Kommen beispielsweise Kinder, Nachbarn oder Lieferanten auf der Baustelle zu Schaden, so wird der Bauherr persönlich haften müssen, sofern er auf diese wertvolle Absicherung verzichtet hat. Zahlreiche Risiken lassen sich mit dem Abschluss dieser Haftpflichtversicherung abdecken. Neben Personen sind auch Sachschäden abgesichert. Auch die Verletzung von Pflichten eines Grundstückseigentümers, wie Streupflicht im Winter oder Schäden, die durch eine mangelhafte Absicherung der Baustelle entstehen, sind mitversichert. Die Bauherrenhaftpflichtversicherung sollte bereits zu Baubeginn abgeschlossen, bis zum Ende der Bauphase beibehalten werden und besitzt in der Regel eine Gültigkeit von bis zu zwei Jahren. Zu empfehlen ist eine pauschale Versicherungssumme von drei Millionen Euro. Die Höhe der Kosten richtet sich nach der Höhe der jeweiligen Bausumme.

Die Bauleistungsversicherung

Eine Bauleistungsversicherung leistet bei nicht vorhersehbaren, schädigenden Ereignissen, die an Grundstücken oder Gebäuden entstehen. Eingeschlossen sind hier beispielsweise Schäden wie Vandalismus, außergewöhnliche Wettereinflüsse (Erdrutsche, Orkane, Überschwemmungen) oder Fehler durch Fahrlässigkeit der Bauarbeiter sowie bei Diebstahl festeingebauter Bauprodukte (Sanitäranlagen). Die am Bau mitwirkenden Unternehmen und Handwerker sind mitversichert. Empfohlen wird eine Versicherungspauschale von 1 bis 2 Promille der Bausumme.

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Die Bauhelferversicherung

Vielen Bauherren ist es unbekannt, dass Freunde oder Mitglieder der Familie, die auf dem Bau helfen, nicht über die Bauherrenhaftpflicht abgesichert sind, sondern über die gesetzliche Bau-Berufsgenossenschaft (BauBG). Es ist daher verpflichtend, eine gesonderte Bauhelferversicherung (auch als Bauunfallversicherung bezeichnet) abzuschließen. Hierbei ist es auch unerheblich, ob die Helfer unentgeltlich tätig oder bezahlt werden. Der Bauherr muss die Anmeldung bei der BauBG spätestens eine Woche nach Baubeginn vornehmen. Die BG ist über alle Bauwesen informiert und berechtigt, Eigenbauleistungen zu prüfen. Wird eine entsprechende Versicherung nicht geschlossen, so droht ein hohes Bußgeld. Die Höhe der Beiträge richtet sich nach den jeweiligen Arbeitsstunden der Helfer und ist je nach Gesellschaft unterschiedlich. Sofern die Arbeitsstunden aller Helfer weniger als 40 Stunden in der Woche betragen, entfällt eine Berechnung vollständig. Wichtig: Der Bauherr und seine Ehefrau sind nicht mitversichert.

Die Feuerrohbauversicherung

Die Feuerrohbauversicherung sichert Schäden am Gebäude ab, die durch Feuer oder Blitzschlag entstehen. Diese Absicherung schützt den Bauherr vor einem finanziellen Desaster, denn im Schadensfall trägt er die Kosten ohne die Versicherung alleine. Neben dem Rohbau sind auch Materialien wie exemplarisch Dämmstoffe sowie Schäden durch Löschwasser und Rauch mitversichert. Wer bereits im Vorfeld eine Wohngebäudeversicherung abgeschlossen hat, kann auf die Feuerrohbauversicherung auch verzichten, da die Wohngebäudeversicherung vorgenannte Schäden ebenfalls reguliert. 

In jedem Fall empfiehlt es sich, alle Versicherungen und Anbieter auf das Preis-Leistungsverhältnis hin zu überprüfen. So lassen sich während der Bauzeit durchaus jede Menge unnötige Kosten an Prämien einsparen.

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